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鉛筆 869

PORTRAIT DES ULISSE ALBERGOTTI

  • 54,0 x40,0cm
估计:

€ 6.000 - 8.000

拍卖:5 天

作为 2026-03-17 15:31:17



Vor dunklem Fond das leicht nach rechts gewandte Brustportrait eines bärtigen Mannes mit weißem Kragen und Orden. Am oberen Rand mit Bezeichnung, rechts oben mit Wappen. Dargestellt ist Ulisse Albergotti, ein hochrangiger Ritter des Malteserordens. Sein strenger Blick und die vornehme, jedoch schlichte schwarze Kleidung, verziert mit einem weißen Kreuz und einem fein bestickten Kragen, verweisen auf seinen hohen Rang. Albergotti war nicht nur Gouverneur der maltesischen Insel Gozo, sondern auch Balì di Gran Croce, einer der höchsten Würden innerhalb des Malteserordens. Er entstammte der einflussreichen arretinischen Adelsfamilie Albergotti, deren gold-schwarz gestreiftes Wappen mit sechszackigem Stern auf dem Portrait dargestellt ist. Als Kommandeur von San Pietro alla Magione in Siena und Gouverneur von Gozo verkörperte er die Ideale des Ordens: Mut, Frömmigkeit und die Verteidigung des christlichen Glaubens. Albergotti war nicht nur ein Mann der Kirche und des Schwertes, sondern auch ein Gelehrter, wenn auch ein umstrittener: 1613 veröffentlichte er einen „astronomischen Dialog“, in dem er die Thesen Galileo Galileis angriff. Er bestritt, dass der Mond das Licht der Sonne reflektiere, und lehnte die Erklärung von Finsternissen durch die Konstellation von Erde, Mond und Sonne ab. Seine Schrift gilt heute als wissenschaftlich überholt.

Das Portrait Albergottis wird dem Kreis der Fede Galizia zugeschrieben, einer der bedeutendsten Malerinnen des frühen 17. Jahrhunderts. Galizia, Tochter des Miniaturisten Nunzio (vor 1550–1621), war in Mailand tätig und entwickelte einen eigenen Stil, der Einflüsse des lombardischen Realismus mit spanischen und flämischen Akzenten verband. Interessant ist der Vergleich mit anderen Werken der Künstlerin, wie dem Doppelportrait von Jacopo Menochio und Margherita Candiani oder ihrem Portrait eines alten Mannes. In allen diesen Werken zeigt sich ihre besondere Fähigkeit, neben der äußeren Erscheinung auch den Charakter der Dargestellten einzufangen. Galizia stand im Wettbewerb mit führenden Künstlern ihrer Zeit, darunter die Brüder Procaccini und Giovan Battista Crespi, genannt „il Cerano“, und bewies, dass auch Frauen in der von Männern dominierten Kunstwelt herausragende Leistungen erbringen konnten.

Das Portrait entstand in einer Zeit, in der der Malteserorden – ursprünglich als Johanniterorden auf Rhodos gegründet – zu einer der mächtigsten Institutionen im Mittelmeerraum aufstieg. Die Ritter, die sich selbst als „Brüder“ bezeichneten, stammten aus ganz Europa. Das weiße Kreuz, das Albergotti trägt, symbolisiert nicht nur seinen Rang, sondern auch die acht Seligpreisungen, die den Orden prägten: Treue, Frömmigkeit, Mut, Ehre, Verachtung des Todes, Solidarität mit Armen und Kranken sowie Respekt vor der Kirche.

Gozo, die Insel, die Albergotti regierte, war damals ein strategisch wichtiger Außenposten des Ordens und wurde, wie die Inschrift auf dem Portrait zeigt, geografisch noch Afrika zugerechnet. Diese Einordnung spiegelt das damalige Weltbild wider, in dem die Grenzen zwischen Europa und Afrika im Mittelmeerraum fließend waren. Trotz seiner Bedeutung sind biographische Quellen zu Ulisse Albergotti rar. Sein Portrait ist vermutlich das einzige erhaltene Bildnis von ihm und stellt ein kostbares Zeugnis nicht nur seiner Person, sondern auch der Kunst, Politik und Wissenschaft des frühen 17. Jahrhunderts dar. (1470273) (3) (13)

Hampel Fine Art Auctions

城市: Munich
  • 拍卖 : 26.03.2026 14:30 拍卖时间
  • 拍卖编号: 147
  • 拍卖名称: Spring Auction
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